

Arien
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Als Leopold Mozart 1768 vergeblich hoffte, Wolfgangs Oper La finta semplice KV 51 in Wien aufführen zu lassen, sahen sich Vater und Sohn mit der Anschuldigung konfrontiert, die Musik sei tatsächlich vom Vater und nicht vom Sohn komponiert worden. Um die außerordentlichen Fähigkeiten seines Sohnes unter Beweis zu stellen, ließ Leopold Wolfgang vor Ort Arien komponieren – in Anwesenheit einflussreicher Persönlichkeiten, die die Texte aus den Libretti von Pietro Metastasio selbst auswählen konnten. Leopold berichtet am 30. Juli 1768 von mindestens fünf solchen Gelegenheiten. Diese verschollenen Arien erhielten erst 2024 die Nummer KV 644.
Mozart schrieb eine Vielzahl an Arien, Szenen und Ensembles, die genau an die Stimmen der vorgesehenen Sängerinnen und Sänger angepasst waren. Einige davon entstanden als Ersatzstücke für eigene oder fremde Opern. Gelegentlich wurden Stücke, die Mozart entworfen oder sogar fertiggestellt hatte, noch vor der Uraufführung einer Oper ausgetauscht, weil sie den Sängern und Sängerinnen nicht gefielen. In Mozarts Jugend dienten Arien außerdem dazu, das Talent und die schnelle Auffassungsgabe des jungen Komponisten zu zeigen: Schon während der großen Westeuropareise 1763/66 schrieb Mozart nicht weniger als 15 Arien, gefolgt von mindestens fünf während des Aufenthalts in Wien 1767/68 und mindestens sechs weitere während der ersten Italienreise 1770/71. In seiner Salzburger Zeit komponierte Mozart nur eine kleine Anzahl von Arien, vermutlich für Mitglieder von Wandertruppen während ihres Aufenthalts in der Stadt oder für durchreisende Virtuosen und Virtuosinnen. Arien oder Szenen (mit einleitendem Accompagnato-Rezitativ) wurden häufig als Stücke in Konzerten und Akademien verwendet. Während der Reise nach Mannheim und Paris 1777/78 und später in Wien komponierte Mozart mehrere Arien, um bestimmten Sängern und Sängerinnen einen Gefallen zu erweisen.