„Se mai senti spirarti sul volto“
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Die Arie „Se mai senti spirarti sul volto“ KV 717 wird nur in einem Brief von Constanze Mozart an den Leipziger Verlag Breitkopf & Härtel erwähnt, dem sie am 25. Februar 1799 mehrere kleine Stücke anbot. Dies lässt vermuten, dass es sich bei dem Manuskript nicht um die vollständige Partitur einer Arie, sondern nur um einen Entwurf gehandelt hat. Der Text stammt aus Metastasios La clemenza di Tito, aber es ist unwahrscheinlich, dass er mit Mozarts Vertonung der Oper in Zusammenhang steht, denn sein Librettist Caterino Mazzolà ersetzte Metastasios Arientext durch das Terzett „Se al volto mai ti senti“ KV 621/14.
Mozart schrieb eine Vielzahl an Arien, Szenen und Ensembles, die genau an die Stimmen der vorgesehenen Sängerinnen und Sänger angepasst waren. Viele davon entstanden als Ersatzstücke für eigene oder fremde Opern. Gelegentlich wurden Stücke, die Mozart entworfen oder sogar fertiggestellt hatte, noch vor der Uraufführung einer Oper ausgetauscht, weil sie den Sängern und Sängerinnen nicht gefielen. Arien oder Szenen (mit einleitendem Accompagnato-Rezitativ) wurden häufig als Stücke in Konzerten und Akademien verwendet. In Mozarts Jugend dienten Arien außerdem dazu, das Talent und die schnelle Auffassungsgabe des jungen Komponisten zu zeigen: Schon während der großen Westeuropareise schrieb Mozart 15 Arien, während des Aufenthalts in Wien 1767/68 mindestens fünf und während der ersten Italienreise mindestens sechs. In seiner Salzburger Zeit komponierte Mozart nur eine kleine Anzahl von Arien, vermutlich für Mitglieder von Wandertruppen während ihres Aufenthalts in der Stadt oder für durchreisende Virtuosen und Virtuosinnen. Während der Reise nach Mannheim und Paris und später in Wien komponierte Mozart mehrere Arien, um bestimmten Sängern und Sängerinnen einen Gefallen zu erweisen.